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Der Evident Flow Agent unter evidentflow.app ist die Software, in der der Evident Flow im Arbeitsalltag stattfindet. Er ist der digitale Zwilling der Organisation: Value Map, Ziele, Rollen und ihre Abhängigkeiten liegen dort als ein zusammenhängendes Modell vor und werden dort bearbeitet. Diese Seite ist die Referenz dazu. Sie beantwortet, welches Element des Frameworks sich wo in der App wiederfindet. Warum der Agent so gebaut ist und welche Prinzipien ihn leiten, beschreibt die Section Flow Agent.

Die App operiert auf dem Organisationsgraphen. Ziele, Treiber, Hebel, Personen und Rollen sind Knoten dieses Graphen. Abhängigkeiten, Wirkungen und Berichtslinien sind seine Kanten. Konzeptionelles Modell und technische Umsetzung sind dasselbe.

Das hat eine praktische Konsequenz: Der Agent ist kein Reporting-Werkzeug neben der Arbeit, sondern der Ort, an dem die Arbeit mit dem Framework passiert. Eine Gewichtung, die im Strategie Retreat entschieden wird, verändert unmittelbar die Reihenfolge der Ziele. Ein Confidence Level, das vor dem Team-Sync aktualisiert wird, setzt die Agenda des Meetings. Was in Workshops und Meetings besprochen wird, ist dieselbe Datenbasis, die im Alltag gepflegt wird.

Element des FrameworksIn der AppSection
Value Map mit Outcomes, Treibern und HebelnImport und Export als Textbaum, Graph-AnsichtValue Stick & Value Map
Strategische GewichtungZielgruppenpriorität und Strategiegewicht je Treiber, Hebelgewichte je TreiberStrategie
ObjectivesZiele mit Verantwortlichem, Zeitrahmen, Beschreibung, Kategorie und BudgetObjectives
Flow PipelineKanban-Board mit neun Stages, Sortierung nach EFI oder manuellFlow Pipeline
Priorisierung und EFIImpact-Voting je Ziel auf Treiber und Hebel, Aufwandsschätzung, berechneter Evident Flow IndexPriorisierung, Evident Flow Index
Confidence LevelKonfidenz je Ziel, jede Änderung im Verlauf nachvollziehbarConfidence Level
KaskadierungAbhängigkeiten zwischen Zielen, Graph der ZielabhängigkeitenKaskadierung
Reflection after DoneFelder Ergebnis und Reflexion je Ziel, Retrospektive mit Plan gegen Ist. Die wöchentlichen 4 Reflections finden außerhalb der App stattReflektionen
Rollen und VerantwortlichkeitenOrganisationsstruktur mit Personen, Teams, Rollen und BerichtslinieRollen & Verantwortlichkeiten
MeetingsMeine Arbeit, Benachrichtigungen, Kommentare und ÄnderungsverlaufMeetings

Das Board bildet die Flow Pipeline mit ihren neun Stages ab. Es gibt ein Board je Organisation. Alle Mitglieder sehen alle Ziele, auch die anderer Abteilungen. Abhängigkeiten über Bereichsgrenzen hinweg sind damit für jeden sichtbar, so wie es die Kaskadierung verlangt. Die App benennt die Stages auf Deutsch, die Dokumentation verwendet die englischen Namen. Gemeint ist jeweils dasselbe.

DokumentationApp
IdeationIdeenfindung
ScopedUmrissen
RatedBewertet
NextNächste
WIPIn Arbeit
BlockedBlockiert
ReflectReflektieren
DoneErledigt
DeclinedAbgelehnt

Jedes Ziel trägt einen Verantwortlichen, einen Zeitrahmen, eine Beschreibung, eine Aufwandsschätzung, seine Konfidenz, seine Abhängigkeiten und seinen Wertbeitrag auf die Value Map. In der Stage Reflect kommen Ergebnis und Reflexion hinzu. Die Kategorie eines Ziels ist eine Kennzeichnung ohne Einfluss auf die Reihenfolge. Beim Anlegen erkennt die App Ziele mit fast gleichem Titel und bietet das bestehende Ziel an, damit dieselbe Sache nicht zweimal in der Pipeline landet.

Für die Reihenfolge innerhalb einer Stage gibt es zwei Modi. Die EFI-Reihenfolge sortiert nach dem berechneten Index. Der Modus Manuell erlaubt, davon abzuweichen. Er gilt für die ganze Organisation, nicht je Person. Die Abweichung ist eine bewusste Priorisierungsentscheidung, keine Anzeigeeinstellung, und muss in der Trade-off Session vertreten werden.

Ein WIP-Limit setzt die App nicht durch. Das bleibt eine Regel, die die Organisation selbst einhält. Stattdessen berechnet die App aus dem tatsächlichen Durchsatz erledigter Ziele eine Kapazitätsgrenze je Quartal, Tertial oder Geschäftsjahr und markiert die Ziele, die in der laufenden Periode voraussichtlich nicht mehr erledigt werden. Das entspricht der Kapazitätsschätzung aus der Priorisierung: die Summe der anstehenden Ziele gegen das, was in der Vergangenheit tatsächlich erledigt wurde. Für Meetings gibt es einen Präsentationsmodus, der das Board ohne Bedienelemente zeigt.

Die Bewertung eines Ziels ist in der App keine Einzelmeinung. Mehrere Personen geben je Ziel ihren Wertbeitrag ab, also die geschätzte Wirkung auf einzelne Treiber oder Hebel der Value Map, und ihre Aufwandsschätzung. Die App zeigt den Durchschnitt, die Streuung und die Anzahl der Stimmen. Daraus, aus den Treibergewichten und aus dem Aufwand berechnet sie den Evident Flow Index. Ändert sich die strategische Gewichtung, ändert sich die Reihenfolge der Ziele sofort und für alle sichtbar.

In der Stage Reflect, vor dem Abschluss, erfasst die Retrospektive eine Neubewertung des Wertbeitrags nach der Umsetzung und den tatsächlichen Aufwand. Die App stellt beides dem Plan gegenüber. Das ist die Datenbasis für die Reflection after Done und für die Kalibrierung künftiger Schätzungen.

Die Graph-Ansicht zeigt den Organisationsgraphen in vier Sichten: die Value Map mit Outcomes, Treibern und Hebeln samt ihren Gewichten, die Abhängigkeiten zwischen Zielen, die Organisationsstruktur und eine kombinierte Sicht. Die Kanten benennen die Art der Beziehung: ein Ziel hängt von einem anderen ab oder trägt zu ihm bei, ein Ziel wirkt auf einen Treiber, ein Hebel beeinflusst einen Treiber. Die Sicht macht sichtbar, was die Kaskadierung beschreibt: Abhängigkeiten sind Ziele anderer Abteilungen, keine Aufgaben.

Der Bereich Meine Arbeit zeigt einer Person die Ziele, für die sie verantwortlich ist, die Aufgaben, die ihr zugewiesen sind, und ihre persönlichen Aufgaben. Aufgaben hängen immer an einem Ziel. Sie sind die Umsetzung unterhalb des Ziels und werden nicht kaskadiert. Persönliche Aufgaben sieht nur, wer sie angelegt hat.

Die Organisationsstruktur bildet Personen, Teams und Rollen ab. Die Berichtslinie unterscheidet die disziplinarische Führung, von der jede Person höchstens eine hat, von fachlichen Berichtslinien in Matrix- oder Dotted-Line-Strukturen. Organisations-Admins verwalten Mitglieder, Einladungen und den Einladungslink der Organisation. Eine Organisation in der App entspricht einem Organisationsgraphen. Eine Person kann Mitglied mehrerer Organisationen sein und wechselt zwischen ihnen. Die Struktur lässt sich in der App pflegen oder aus einer Datei importieren. Sie ist die Grundlage dafür, dass Verantwortung für Ziele auf Rollen zurückgeführt werden kann.

Jedes Ziel hat einen Verlauf, der Kommentare und Änderungen zusammenführt. Kommentare unterstützen Erwähnungen, Reaktionen und Anhänge. Wer ein Ziel verfolgt, wird über neue Kommentare informiert. Der Änderungsverlauf hält fest, wer wann die Stage, die Konfidenz, den Verantwortlichen oder den Titel geändert hat, auch wenn eine Synchronisation die Änderung ausgelöst hat. Benachrichtigungen erscheinen in der App und wahlweise per E-Mail, sofort oder als tägliche Übersicht. Kommentare und Verlauf sind die Diskussion am einzelnen Ziel, nachvollziehbar für alle, die es verfolgen. Das gemeinsame Dokument des asynchronen Team-(a)Sync bleibt ein eigenes Format, das die App nicht ersetzt.

Ziele und Aufgaben leben in vielen Unternehmen bereits in einem Werkzeug. Der Agent verbindet sich mit Asana und mit Jira einschließlich Jira Product Discovery. Projekte, Abschnitte und Vorgänge werden importiert. Ein Vorgang wird dabei zu einem Ziel der Pipeline, nicht zu einer Aufgabe. Welches Projekt synchronisiert wird, entscheidet der Organisations-Admin, damit nicht jedes Ticket in der Pipeline landet. Die Stage eines Ziels folgt dem Status im verbundenen System, den ein Status-Mapping übersetzt. Titel, Beschreibung und Status lassen sich in beide Richtungen synchronisieren. Aufwand und Konfidenz können auf eigene Felder des verbundenen Systems abgebildet werden, wenn es sie dort gibt. Der Wertbeitrag auf die Value Map existiert nur in der App: Wer bewertet, arbeitet in der App. Ein Watchdog überwacht, ob die Synchronisation aktuell bleibt. Rückmeldungen aus der App erreichen das Entwicklungsteam über GitHub, ohne dass personenbezogene Daten die App verlassen.

Die Detailseiten zu den einzelnen Integrationen entstehen automatisch aus dem Flow-Agent-Repository und erscheinen in diesem Abschnitt der Navigation.

Der Agent stellt einen MCP-Server bereit, über den KI-Assistenten wie Claude die Daten einer Organisation lesen können. MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard für die Anbindung von KI-Clients an Datenquellen. Der Zugriff ist ausschließlich lesend: Über MCP lässt sich nichts anlegen oder ändern. Er ist an genau eine Organisation gebunden und auf das beschränkt, was die verbundene Person in der App ohnehin sieht. Jeder Zugriff wird protokolliert.

Ein Organisations-Admin schaltet den Zugriff für die Organisation frei. Danach verbindet jedes Mitglied seinen KI-Client selbst unter Einstellungen. Der Client kann Ziele durchsuchen, einzelne Ziele mit Abhängigkeiten, Wirkungen und Aufwand lesen, die Value Map als Graph oder als Baum abrufen, den Organisationskontext mit Berichtslinien lesen sowie Aufgaben, Benachrichtigungen und den Verlauf eines Ziels abfragen. Vier vorgefertigte Auswertungen stehen bereit: ein Quartalsrückblick, ein Gesundheitscheck der Pipeline, eine Erzählung entlang der Value Map und ein wöchentliches Briefing.

Die Daten gehen dabei an den KI-Anbieter, den das Mitglied gewählt hat. Der Agent wählt diesen Anbieter nicht aus und hat keinen Einfluss darauf, wie er die Daten verarbeitet. Die Organisation bleibt für diese Bewertung verantwortlich. Das entspricht dem Prinzip aus der Section Flow Agent: Datenschutz ist eine Designentscheidung, keine nachträgliche Anforderung.

Die Detailseiten zum MCP-Server und zu seinen einzelnen Werkzeugen entstehen ebenfalls automatisch aus dem Flow-Agent-Repository.

Der Evident Flow Agent befindet sich in der Beta-Phase. Organisationen erhalten Zugang auf Einladung durch MURAKAMY. Ansprechpartner ist hello@murakamy.com. Mitglieder melden sich mit E-Mail-Adresse und Passwort an.

Nach der Einladung folgt die Einrichtung der Reihenfolge des Frameworks:

  1. Der Organisations-Admin lädt die Mitglieder ein, per E-Mail oder über den Einladungslink.
  2. Die Value Map aus dem Strategie Retreat wird als Textbaum importiert, mit den Gewichten je Treiber und Hebel. Ohne Value Map gibt es keinen Evident Flow Index.
  3. Die Organisationsstruktur mit Personen, Teams, Rollen und Berichtslinie wird gepflegt oder importiert.
  4. Die Ziele werden in der Pipeline angelegt, bewertet und mit ihren Abhängigkeiten verknüpft.
  5. Bei Bedarf werden Asana oder Jira verbunden und der MCP-Zugriff freigeschaltet.

Die App bildet das Framework ab, sie ersetzt es nicht. Eine Value Map, die im Strategie Retreat erarbeitet wurde, geklärte Rollen aus dem Verantwortungsdialog und Ziele, die den Anforderungen der Section Objectives genügen, sind die Voraussetzung dafür, dass die Bewertungen in der App etwas aussagen. Wer die App ohne diese Grundlagen befüllt, bekommt einen Index, der nichts misst.